Grundklasse Malerei

Grundklasse Malerei

In der Linken ein Korb, der Boden ist bedeckt mit Miniaturfarbtuben zu je 37ml. Etwas ungeschickt unter den Arm geklemmt, drei bespannte Keilrahmen im Format einer Pizzaschachtel. Sie überlegen gerade, einen 24-teiligen Malspachtelset, dessen bizarre Formen der Auswahl ihrer Pinseln an Rätselhaftigkeit in nichts nachsteht, auch noch zu kaufen. Der grob geschätzte Wert eines gebrauchten Kleinwagens wird bald darauf auf dem Kassenzettel erscheinen. Auf ein Wort. Bitte streifen sie so nicht durch die Gänge des Fachhändlers ihres Vertrauens.

Bei meinen Einkäufen werde ich häufiger Zeuge dieses Rituals. Ich bin kein Asket und leiste mir auch gern die eine oder andere Farbe, um mich nicht allzu lange mit dem Mischen aufzuhalten. Trotzdem werde ich nie den Moment vergessen, als mir zum ersten Mal ein wunderschönes Grau aus den drei Grundfarben gelungen war. Auf dem Weg dahin produzierte ich auf meiner Palette eine Unmenge an nuancierten Braun, Oliv und Beigetönen. Farben, für die ich nicht einmal einen Namen wusste. Da wurde mir klar, dass zunächst weniger - mehr bedeuten kann. Papier, Wasser, ein Spachtel, Pinsel, Rot, Gelb, Blau, Schwarz und Weiß. Mehr braucht es nicht für die ersten Schritte in der Malerei.

Malen lernen heißt Staunen darüber, wie aus einfachsten Zutaten gute Bilder entstehen können. Das richtige Mischen der Farbe ist ein intensives Erlebnis, bei dem man en passant schon viel über die Kontrastlehre erfährt. Die Pinselführung vermittelt, von der spontanen Geste bis hin zu komplexen Farbaufträgen, erst ein Gefühl dafür, dass die Materialität der Farbe ihren Charakter mitbestimmt. Ob man pastos, mit trockenem Pinsel oder aufwändigen Lasuren malt, sind nicht nur Techniken, sondern schon Teil einer künstlerischen Entscheidung.

Malerei ist zuallererst etwas intuitiv Körperliches. Der individuelle gestische Duktus und seine Ausdrucksqualitäten ist letztendlich unser wichtigstes Werkzeug. Das ist die persönliche Handschrift an der sich alle Techniken und Regeln erst entfalten können. Neben den klassischen Maltechniken bietet der Unterricht deshalb auch genügend Raum für experimentell intuitive Verfahren, die das Spielerische, Zufällige und Spontane in die Malerei mit einbeziehen.

Braucht die Malerei dann überhaupt noch ein theoretisches Wissen? Theorien zu Farbe und Kunst sind nicht a priori entstanden, sondern sprachlich systematisierte sinnliche Erfahrungen und Beobachtungen von Menschen. Sie sind geprägt vom Zeitgeist, also ihrem spezifischen historischen Kontext. Physik, Evolutionslehre, Soziologie, Psychologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, die Liste der unterschiedlichen Disziplinen, die sich mit Farben beschäftigen ist lang. Sie alle haben direkt oder über Umwege die künstlerische Farbenlehre mit beeinflusst. Wer Malerei lernt, der braucht auch einen Zugang zu ihrer Geschichte. Und die ist keinesfalls statisch, sondern lebendig und verändert sich in der Zeit. Über Geschmack lässt sich nicht streiten? Oh, doch.

Termine und Teilnahmegebühren

Dieser Kurs ist bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Malerei.

Mittwochs von 19.00 – 22.00 Uhr

Ort: Kunstschule, Hohenesch 68, 22765 Hamburg

Das neue Semester für 2018 ist in der Planung.

Ein Semester geht über 6 Monate und hat 20 Termine. Der Kurs findet einmal pro Woche Montags von 15.45- 18.45 Uhr statt. Umgelegt auf 6 Monate belaufen sich die monatlichen Kosten auf 120,-€.

Tageshonorar á 3 volle Zeitstunden ... 36,– €. 

 

Für den Kurs ist es möglich einen Probetermin zu vereinbaren. Für weitere Informationen schreiben sie mir bitte eine Mail oder rufen Sie mich an. Ich freue mich auf Ihren Anruf unter 0176 229 30 532.

Die Kursgröße beträgt max. 12 Teilnehmer.
Die Teilnahme gilt als verbindlich über ein Semester.

Anmeldung: contact@jens-hasenberg.net